Ganzheitlichkeit ist unteilbar. Das Unteilbare (lat. individuum) lässt sich nicht teilen – sehr zum Verdruss der Manager, denn Individualität stört in Organisationssystemen. Doch die Internationalisierung führt zu heterogenen Teambildungen. „Losgröße eins“ ist angesagt, gemäß Reinhard K. Sprenger. Vertikale Führungsstrukturen, Schornsteinkarrieren, Dienst nach Vorschrift, „Ich befehle – Du gehorchst“-Einstellung, „Du musst“-Ansagen, DIN ISO (griechisch „isos“ heißt „gleich“) - lauter Führungsrelikte ohne Überlebenschance.
Die Zukunft gehört den Menschen, nicht den Normen. Das selbstbewusste, kreative, freiheitsorientierte Individuum ist der zukünftige Maßstab. Der Mit-arbeiter wird zum Mitdenker, Mitfühler, Mitverantworter. Er erwartet einen Chef, der seine Einmaligkeit respektiert und einmalig mit ihm umgeht. Der „erwachsene Mitarbeiter“ arbeitet für sich selbst, für seine persönliche Weiter-ent-wicklung. Diese „Ver-selbst-ständigung“ ist die weltweite Antwort des Individuums auf die globale Tendenz zur „Regulierung der Systeme“. Dieser Trend entspricht dem 6. Kondratjew-Zyklus. Der Drang zur „Selbst-kultur“ beschleunigt sich unaufhaltsam, gemäß Mahatma Gandhis Worten: „Die Individualität ist die Quelle allen Fortschritts.“
Die Konsequenzen für die Führungskultur von Morgen liegen auf der Hand! Statt Sachprobleme selbst zu lösen – gilt es Menschen zu fördern sich selbst zu entwickeln.
Statt nur die Organisationsentwicklung voranzutreiben – steht künftig eine bewusste Personalentwicklung auf dem Führungsfahrplan.
Bewusste Führung heißt, die Schnittstelle zwischen Organisationsentwicklung und Personalentwicklung bewusst zu synchronisieren.
Das bedeutet praktisch, die Umsetzungskompetenz im Unternehmen bei allen Mitarbeitern, bei allen Führungskräften konsequent einzufordern. Das hat Konsequenzen auf die innere Einstellung aller Führungskräfte. Als Chef musst Du Menschen mögen – sonst hast Du keine Chance etwas mit Ihnen zu bewegen!
Die Frage, wie Chef und Mitarbeiter in der Zukunft kooperieren, wird zum alles entscheidenden Erfolgsfaktor. Wenn Führungskräfte zu 95 % damit beschäftigt sind, das Tagesgeschäft zu managen, läuft etwas grundsätzlich falsch. Das tägliche operative Doing ist Sache der Mitarbeiter. Die souveräne Führungs-kraft kümmert sich um die Chancen von Morgen, um die Veränderungen von Übermorgen.
Die „ideale Führungskraft“ gibt es nicht! Aber eine gute Führungskraft setzte ihre Mitarbeiter nach deren individuellen Stärken ein und fördert deren Ausbau systematisch. Eine gute Führungskraft ist im ständigen Dialog mit ihren Mitarbeitern. „Wie kann ich Sie unterstützen besser zu werden?“, „Was haben Sie gerade gelernt?“ „Woran arbeiten Sie zurzeit um sich weiter zu ent-wickeln?“. Eine gute Führungskraft akzeptiert nicht, von zweit- oder gar dritt-klassigen Mitarbeitern umgeben zu sein. Eine gute Führungskraft organisiert Strukturen, die den Menschen passen – nicht umgekehrt.
Die Bindungsfähigkeit von Mitarbeitern hat viel mit der Beziehungsqualität zum direkten Vorgesetzten zu tun.
Führung ist letztlich eine Frage der inneren Einstellung. Entweder führe ich Menschen, weil ich Menschen mag und mit ihnen gemeinsam etwas gestalten will, indem ich den Einzelnen fördere und fordere. Oder ich löse Sachprobleme, dann bin ich Experte und sollte mich als solcher auch im Unternehmen positionieren. Führung braucht Bildung, vor allem Herzensbildung. Die hsp-Führungstrainings und –Coachings dienen der Bildung Ihrer Führungskompetenz.